Portrait einer Pflanze

2025 - mein Jahr mit der Löwenkraft

Da der Löwenzahn als Hauptprotagonist in meiner Projektarbeit für den Abschluss der Natur-, Wild- und Heilpflanzenpädadogin diente, habe ich ihm hier eine Seite gewidmet. In meinem Blog findet ihr auch Rezepte für die Herstellung von Tinkturen, Balsams, kulinarische Leckereien und andere Zubereitungen. Dies alles sind Überbleibsel meiner Projektarbeit, die ich auf dieser Seite gerne einbinden möchte.

Der Löwenzahn

stammt aus der Familie der Korbblütler. Sein offizieller Name "Taraxacum officinale"  leitet sich aus "taraxis" (griech.) = Entzündung und "officinalis" (latein) = in Apotheken gebraucht.

Das Wort "officinale" zeigt weiterhin an, dass der Löwenzahn eine lange Tradition als Heilpflanze hat.

Er ist auch unter den Namen Butterblume, Laternenblume, Mönchsblume, Milchstock, Pusteblume, Kuhblume und Bettpisser bekannt.

 

Besonders interessant sind die Standorte, die der Löwenzahn sich wählt. Er taucht immer dort auf, wo die natürliche Balance verschoben wurde, auf stark gedüngten, landwirt-schaftlichen Flächen, hier nährt er die Weide-tiere und regt den Milchfluss der Kühe an. Man findet ihn auch auf nackten Brachflächen, diese bedeckt er rasch zum Schutz der Erde und ihrer Kleinstlebewesen vor Erosion und Abtragung durch Wind und Wetter.

Nach der Lehre der Planetensignatur des Alchemisten Paracelsus ist der Löwenzahn dem Jupiter zuzuordnen. Jupiter, der oberste Gott der römischen Götter steht für Überblick und Lebensgestaltung, für Gerechtigkeit, Großmut, Güte. Zu den gaben des Jupiter zählen auch Glück, Erfolg, Optimismus, Gerechtigkeitssinn und soziales Empfinden.

Desweiteren ordnet man den Löwenzahn auch der Sonne zu. Die Sonne ist das Licht, das Ordnung ins Chaos bringt. Sie steht für Souveränität, Vitalität und Vollkommenheit.

Morphologie

Die lange Pfahlwurzel dringt bis in tiefere Bodenschichten. damit lockert sie den verdichteten Boden auf und verteilt die Mineralstoffe aus der Tiefe an der Oberfläche. Sie ist schwarzbraun und am Hals schwach wollig behaart. Sie erreicht Fingerstärke, ist innen weiß und führt wie die ganze Pflanze Milchsaft. Der Wurzelstock ist oft mehrköpfig. Die langen und lappigen, stark sägeartigen Blätter, die der Pflanze ihren Namen gegeben haben, bilden eine grundständige Rosette. Die einzeln bis zahlreich zusammenstehenden einköpfigen Blütenschäfte sind hohl und völlig nackt. Der Blütenkelch setzt sich aus vielen Hüllenblättchen zusammen, deren innere aufrecht stehen und den Blütenkopf umhüllen. Später wird der Fruchtboden fast kugelig, indem sich sämtliche Blättchen des Hohlkelches zurückschlagen. Die Köpfe tragen zahlreiche gold- und hellgelbe Blüten. Die hellen bis schwarzen Früchtchen haben eine weiße, strahlenförmig ausgebreitete Haarkrone (Pappus), mit der sie der Wind weit verweht. Wiesen-Löwenzahn wird 10 bis 50 cm groß.

Verwendete Pflanzenteile

Alle Pflanzenteile sind verwendbar, die Zusammensetzung der Wirkstoffe ist Jahreszeit-abhängig. Im Frühjahr enthalten die Wurzeln mehr Bitterstoffe, im Herbst dafür reichlich Inulin. Im Frühjahr von April bis Mai kann man die Blüten ernten und zu allerlei Heilsamen und Kulinarischen verwerten. Die Blätter kann man von Frühjahr bis Herbst ernten. Die Wurzeln werden meist im Herbst geerntet für die Herstellung von Tinkturen, oder wegen des hohen Inulingehalts als Gemüse für Diabetiker. Inulin dient als Stärkeersatz, ohne den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen.

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe des Löwenzahn sind wie folgt:

Bitterstoffe mit gallen- und verdauungs-anregender Wirkung

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Triterpene, Flavonoide und Carotine, diese beeinflussen eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen

Ätherische Öle und Gerbstoffe mit antiviraler und antimikrobieller Wirkung 

Mineralien wie Kalium, Calcium, Natrium und Schwefel

Spurenelemente wie Eisen, Mangan und Zink

Pflanzenschleime mit schmerzlindernder Wirkung

HMPC, ESCOP, Kommission E

Der HMPC hat den Löwenzahn als komplettes Kraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung kann Löwenzahnkraut mit Wurzel  und Löwenzahnwurzel zur Besserung leichter Verdauungsbeschwerden und bei vorübergehender Appetitlosigkeit eingesetzt werden; außerdem zur Erhöhung der Harnmenge und damit zur Durchspülung der Harnwege (bei leichten Harnwegsinfektionen).

Status: Einstufung zum traditionellen, pflanzlichen Heilmittel

Laut ESCOP unterstützen die Löwenzahnblätter bei Behandlungen von Rheumatismus und Nierensteinverhütung. Die Wurzel hilft bei Gallen- und Leberbeschwerden sowie bei Verdauungsbeschwerden und Appititlosigkeit.

Status: positive Bewertung

Die Kommission E bestätigt dem Löwenzahnkraut mit Wurzel, bei Störungen des Gallenflusses, bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden hilfreich zu sein. Kraut und Blätter helfen bei Appetitlosigkeit, Völlegfühl und Blähungen.

Status: positive Bewertung

Traditionelle Volksmedizin

In der Volksmedizin erfreut sich der Löwenzahn natürlich eines bei weitem weiter reichenden Einsatzfeldes als zuvor genannt.

Löwenzahnwurzeltee hilft mit seiner blutreinigenden Wirkung bei Gicht, Gallenstörungen, Problemen mit der Nieren- und Leberfunktion, Rheuma, Blutkrankheiten, Hautkrankheiten (mit Ursache im Blut), Appetitlosigkeit, Darmträgheit, Fettsucht, Alterserscheinungen und Diabetes.

Der frische Pressaft ist eine wahre Frühjahrs-Superbombe. 3-4 Wochen lang ist der Saft in der Dosierung von täglich 2-3 Esslöffel einzunehmen. Der Pressaftgehört zu den effektvollsten Anregern des Gallenflusses.

Eine Löwenzahnkur im Frühling bringt den Organismus in Schwung.

In der chinesischen Medizin wird der Löwenzahn auch verwendet, z. B. wird er hier bei Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane (Brust im besonderen) eingesetzt, sowie bei allen Arten von Leberbeschwerden. 

Er dient auch als Antidot bei Schlangebissen, hier wird der Milchsaft auf den Biss aufgetragen.

Die Salbe der Löwenzahnwurzel wird traditionell bei Brustbeschwerden wie Fibroadenomen und Schmerzen eingesetzt.

 

WICHTIG

Wie immer, ist ein zu viel, hier auch nicht wünschenswert. Bei Überdosierung kann es zu Magenbeschwerden kommen.

Die getrocknete Pflanze darf nicht bei Gallenwegsverschluss, Darmverschluss, Gallenblasenempyem verwendet werden. Bei Gallensteinen sollte man Rücksprache mit dem Arzt halten. 

Bei Korbblütlerallergie bitte nicht verwenden.

Mythologie

Wenn im Frühling die ersten goldenen Tupfer auf den Wiesen erscheinen, ist es nicht nur ein Zeichen für den Beginn der warmen Jahreszeit – sondern auch das Wiedererwachen einer Pflanze, die tief in unserer Kultur verankert ist: der Löwenzahn. Was heute oft als „Unkraut“ betrachtet wird, war früher eine geschätzte Heilpflanze, ein Wetterorakel und ein Symbol für Hoffnung, Widerstandskraft und ewige Rückkehr

Schon in alten Zeiten war der Löwenzahn mit der Sonne verbunden. Die leuchtend gelben Blüten, die sich bei Tageslicht öffnen und abends schließen, galten als Verkörperung des Sonnenlaufs. In der bäuerlichen Symbolik stand er für:

  • Lebenskraft und Erneuerung nach dem Winter

  • Ausdauer und Anpassung – er wächst fast überall

  • Licht im Dunkel, besonders in Frühjahrsbräuchen

In manchen Regionen wurde der erste Löwenzahn des Jahres gepflückt und unter das Kopfkissen gelegt – er sollte „das Herz wärmen“ und die Sonne ins Leben holen.

Der Löwenzahn spielte auch eine Rolle im orakelhaften Volksglauben, besonders in seiner Pusteblumenform:

  • Wunschpusteblume: Man schloss die Augen, dachte an einen Wunsch und blies auf den Samenstand. Flogen alle „Fallschirmchen“ davon, sollte der Wunsch in Erfüllung gehen.

  • Liebesorakel: „Er liebt mich, er liebt mich nicht...“ – ein alter Brauch war es, an den Samen zu zählen oder sie mit einem Atemstoß „in seine Richtung“ zu schicken.

  • Wettervorhersage: In der Bauernregel galt: „Schließt sich der Löwenzahn vor Mittag, kommt Regen in Sicht.“

Kinder liebten den Löwenzahn – nicht nur als Spielzeug, sondern als geheimnisvolle, fast magische Pflanze. In ländlichen Gegenden wurde das Pusten auch mit Ahnenbotschaften verbunden: Die Saat trug Wünsche oder Nachrichten zu den Verstorbenen.

Im traditionellen Bauernkalender spielte der Löwenzahn zur Frühlingszeit eine bedeutende Rolle:

  • Frühjahrsentschlackung: Nach dem langen Winter wurde der Löwenzahn als erste frische Heilpflanze zur Reinigung und Stärkung gesammelt. „Der Löwenzahn putzt das Blut“, hieß es.

  • Maibräuche: In manchen Gegenden wurde Löwenzahn in die Maikränze und -sträuße eingebunden – als Symbol für Fruchtbarkeit und das wiedererwachende Leben.

  • Sonnenwendkränze: In süddeutschen und alpinen Regionen flocht man Löwenzahnblüten in Kräuterkränze, die zu Mittsommer verbrannt oder ins Haus gehängt wurden – zum Schutz vor Gewitter, Krankheit und bösen Geistern.

Im braunen Wurzelwerk des Löwenzahns sahen manche Kräuterkundige ein Symbol für Erdung und Verbundenheit mit dem Ahnenwissen. Wurzeln wurden:

  • getrocknet und am Körper getragen, um Mut und Durchsetzungsvermögen zu stärken

  • zu Tinkturen oder Räucherwerk verarbeitet, etwa zum „Räuchern gegen düstere Gedanken“

In der Volksmagie wurde Löwenzahn mit den Elementen Sonne (Feuer) und Luft assoziiert – ideal für Reinigungsrituale und zur Vertreibung von Melancholie. Auch seine Milch galt als „Geistersichtmilch“ – angeblich sollte sie auf die Augen getupft dazu verhelfen, Feen oder Geister zu sehen (nicht zur Nachahmung empfohlen!).

Der Löwenzahn war nie einfach nur ein „Unkraut“. Er war Heiler, Orakel, Wetterprophet, Symbol der Hoffnung und kindlicher Freude. In einer Zeit, in der das Naturverständnis neu erwacht, lohnt es sich, diesem unscheinbaren Wiesenbewohner wieder mit alten Augen zu begegnen.

Vielleicht pflückst du das nächste Mal nicht achtlos an ihm vorbei – sondern bleibst einen Moment stehen, pustest eine weiße Kugel in den Wind … und schickst einen kleinen Wunsch auf die Reise.

(ChatGPT, persönliche Konversation am 6. Mai 2025)

Weitere Informationen zu dem Löwenzahn findet du in meinem Blog, wo ich meine Erlebnisse, Experimente und Rezepte geteilt habe.